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Besonderheiten Medienberufe

Was sind die Besonderheiten der Medienbranche?

Die meisten Beschäftigten in der Medienbranche arbeiten freiberuflich und projektbezogen. Die Festangestellte Tätigkeit ist eher die Ausnahme und man kann in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg der Freiberufler beobachten, während die Anzahl der Festangestellten in etwa gleich blieb.

Die Ursachen dafür sind vielfältiger Natur, aber die entscheidenden Entwicklungen in der Medienbranche sind folgende:

  • Verschiedenste Aufgaben werden immer mehr von Firmen ausgelagert (Outsourcing), oft an Freiberufler
  • Firmen und Auftragnehmer arbeiten immer mehr projektbezogener und können es sich gar nicht leisten eine große Personaldecke an Festangestellten zu halten
  • Medienberufe sind in Mode - die Zahl der Absolventen von Medienstudiengängen hat sich im Laufe von nur zehn Jahren auf 55.000 pro Jahr mehr als verdoppelt- die Konkurrenz wird zunehmend härter
  • Medien boomen und differenzieren sich immer mehr aus (Regional/Sparten Sender, Internetmedien, mobile Entertainment, usw.)
  • Die Herstellung von Medien aller Art wird immer einfacher und ermöglicht es auch Amateuren Medien in professioneller Qualität herzustellen

Medienschaffende zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass sie Kopf- und Kreativarbeiter sind und ihren Job lieben. Sie delegieren selten Aufgaben an Mitarbeiter und sind oft ungewollt Selbständig, da dies die einzige Alternative zur seltenen Festanstellung ist. Viele von ihnen sind SolounternehmerInnen.

Projektbezogenes Arbeiten

Situation für Unternehmen

  • Projektbezogenes Arbeiten ist der Regelfall in der Medienbranche das bedeutet sowohl für das Unternehmen als auch für den Erwerbstätigen eine besondere Beziehung zu ihrer Arbeit.
  • Unternehmen befinden sich in dem typischen Spannungsverhältnis der professionellen Kulturproduktion, zwischen Kunst und Kommerz. Die Bandbreite ist entsprechend groß und es ist oft vorteilhaft sich von Anfang an zu positionieren, um ein klares Unternehmensprofil zu präsentieren.
  • Die Branche unterliegt einer hohen Dynamik und ist Moden und Trends in hohem Maße unterworfen. Für viele Unternehmen ist eine ständige Anpassung an die Marktbedürfnisse überlebensnotwendig.
  • Die Konkurrenz in der Medienbranche ist äußerst stark. Durch neue Innovationen wird die Produktion professioneller Medien immer günstiger und schneller zu bewerkstelligen. Es drängen immer mehr Medienschaffende auf den Markt was natürlich die Preise drückt.

Situation für Arbeitnehmer

  • Durch das Fehlen von anerkannten Zertifikaten und traditionellen Aufstiegsmuster ist die Bedeutung von Vertrauen, Reputation, Netzwerken und Kommunikation stärker als in jeder anderen Branche.
  • Erwerbstätige in der Medienbranche unterliegen einer hohen Planungsunsicherheit.
  • In einigen Marktsegmenten wie z.B. Kamera, Bühnenbau, Beleuchtung uva. besteht ein Überangebot an Arbeitskräften.
  • Für viele Medienschaffenden sind ein niedriges Einkommen und eine geringe soziale Absicherung bittere Realität.
  • Viele Medienschaffende ordnen ihr privates Leben dem Beruf unter und sehen dies als notwendiges Übel um am Markt bestehen bzw. sich behaupten zu können. Besonders während der intensiven Projektarbeit werden hohe Limitierungen im Privatleben in Kauf genommen.

Für beide, für Unternehmer und Erwerbstätige, gilt die hohe Bedeutung von Bindungen. Das Wechselverhältnis zueinander, die Kunden- und Arbeitskräftebindung für Produzenten sowie die beruflichen und privaten Bindungen für Freelancer verlangt daher ein gutes Bindungsmanagement.

Da die Akteure die Bedingungen und Folgen ihrer Handlungen nur begrenzt absehen können spielt, sind Bindungen daher kontinuierlich zu beobachten und zu bewerten.Im Medien/Kulturbetrieb spielen mitunter "Zufälle" eine große Rolle die zu Bindungen führen können und z.B. wenn ein gemeinsames Projekt ein großer Erfolg wird.

Gute Bindungen zwischen den Akteuren im Markt fangen Marktkontingtzen ab, indem sieh Bahnungen für Folgegeschäfte schaffen. Gefahr besteht in einer Abhängigkeit von nur wenigen Auftraggebern, daher sind multiple Bindungen zu Geschäftspartnern wichtig. Auch sollte man Kompetenzen flexibel verwerten und sich ein vielfältiges Profil zulegen. Produzenten sollten Ihre Projektnetzwerke sorgfältig aufbauen.